Rom – eine Reise in die Ewige Stadt 🇮🇹 (02/2005)

Rom – Zwischen Antike, Kirchen und digitalem Aufbruch 🇮🇹
*Eine Reise in die Ewige Stadt im Februar 2005*

Im Februar 2005 führte mich eine Reise gemeinsam mit meiner damaligen langjährigen Partnerin nach Rom. Die italienische Hauptstadt gehört sicherlich zu jenen Städten, über die bereits so viel geschrieben wurde, dass man kaum noch etwas wirklich Neues hinzufügen kann. Dennoch ist eine Stadt immer auch das, was man selbst in ihr erlebt und was nach vielen Jahren davon in Erinnerung bleibt.

Und Rom hatte davon einiges zu bieten.

Eine Stadt, unzählige Kirchen

Wer Rom besucht, kommt an der Geschichte kaum vorbei. Sie begegnet einem praktisch an jeder Straßenecke. Antike Ruinen, monumentale Bauwerke, prachtvolle Plätze und natürlich Kirchen. Sehr viele Kirchen.

Gefühlt dürften wir während unseres Aufenthalts mindestens 30 davon besichtigt haben. Vermutlich waren es weniger, aber irgendwann verliert man bei der Vielzahl an Gotteshäusern, Altären, Fresken und Heiligenfiguren schlicht den Überblick.

Natürlich standen auch die klassischen Sehenswürdigkeiten auf unserem Programm: das Kolosseum, das antike Rom, das Pantheon und der berühmte Trevi-Brunnen, in den man der Tradition nach eine Münze wirft, um eines Tages nach Rom zurückzukehren.

Auch die Spanische Treppe haben wir besucht, wenngleich ich davon heute merkwürdigerweise keine Bilder mehr finde.

Möglicherweise liegt das daran, dass wir damals noch teilweise analog fotografierten. Ob diese Aufnahmen irgendwo auf alten Negativen oder Papierbildern schlummern, weiß ich heute nicht mehr.

Der Beginn einer neuen fotografischen Zeitrechnung

Eine Besonderheit dieser Reise war jedenfalls unsere damals noch recht frisch erworbene Canon EOS 300D.

Aus heutiger Sicht mag eine digitale Spiegelreflexkamera mit gut sechs Megapixeln wenig beeindruckend erscheinen. Anfang 2005 war das für uns allerdings ein gewaltiger Fortschritt.

Zwar hatten wir zuvor bereits Erfahrungen mit einer digitalen Kompaktkamera gesammelt – vermutlich einer Canon PowerShot –, deren Bildqualität mich jedoch nicht sonderlich überzeugt hatte. Die EOS 300D war dagegen eine ganz andere Hausnummer.

Vor allem änderte sich das Fotografieren selbst. Während man sich bei analogen Filmen noch überlegte, ob ein Motiv wirklich eine Aufnahme wert war, konnte man nun wesentlich großzügiger auf den Auslöser drücken. Kein Filmwechsel, keine Entwicklungskosten für jedes einzelne Bild und vor allem die Möglichkeit, Aufnahmen unmittelbar zu kontrollieren.

Das war schon eine kleine Revolution. Entsprechend reichlich wurde in Rom fotografiert. Wenn man sich die Bilder heute ansieht, erkennt man allerdings auch, dass weder die Kamera noch die damaligen Objektive mit der heutigen Technik mithalten konnten. Aber das ist letztlich nebensächlich. Es sind Erinnerungen an eine Zeit, die inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte zurückliegt.

Im Vatikan – das Ende einer Ära

Ein Besuch des Vatikans durfte selbstverständlich nicht fehlen.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die lange Warteschlange vor den Vatikanischen Museen. Von außen wirkte das Ganze zunächst erstaunlich unspektakulär. Man stand eben irgendwo an einer Mauer und wartete darauf, irgendwann hineingelassen zu werden.

Für eine gewisse Unterhaltung sorgte dabei ein Straßenverkäufer, der unermüdlich an der Warteschlange entlanglief und mit seinem lautstarken „Umbrelli! Umbrelli!“ Regenschirme feilbot.

Warum ausgerechnet dieser Mann mit seinen Regenschirmen nach über zwanzig Jahren noch so präsent in meiner Erinnerung geblieben ist, während ich zahlreiche andere Einzelheiten der Reise längst vergessen habe, gehört wohl zu den Eigenheiten des menschlichen Gedächtnisses.

Im Inneren erwartete uns dann eine kaum überschaubare Fülle an Kunstwerken und religiösen Darstellungen.

Ein Höhepunkt war natürlich die Sixtinische Kapelle mit ihren weltberühmten Fresken Michelangelos. Fotografieren war dort nicht erlaubt. Auch in anderen Innenräumen war das Fotografieren ohne Blitz und mit unseren damals wenig lichtstarken Objektiven alles andere als einfach. Entsprechend begrenzt fiel die fotografische Ausbeute aus.

Der Vatikan hatte zu dieser Zeit allerdings noch eine andere, besondere Bedeutung.

Papst Johannes Paul II. war bereits schwer krank. Niemand konnte damals genau wissen, wie lange sein Pontifikat noch dauern würde. Nur wenige Wochen nach unserer Reise, am 2. April 2005, starb Karol Wojtyła, der seit 1978 an der Spitze der katholischen Kirche gestanden hatte.

Für mich war dieser Papst ein vertrauter Bestandteil meiner Kindheit und Jugend gewesen. Ich erinnere mich noch gut an einen Wandteller mit seinem Porträt, der bei uns zu Hause hing. Solche Dinge gehören zu den merkwürdigen Erinnerungen, die sich über Jahrzehnte erhalten.

Mit seinem Tod ging eine Ära zu Ende. Sein Nachfolger wurde Joseph Ratzinger, der als Benedikt XVI. erstmals seit Jahrhunderten wieder einen deutschen Papst stellte.

Dass wir Rom ausgerechnet in den letzten Wochen des Pontifikats von Johannes Paul II. besucht hatten, verleiht der Reise im Rückblick eine zusätzliche historische Dimension.

Ostia Antica und die andere Seite Italiens

Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten Roms unternahmen wir auch einen Ausflug nach Ostia Antica.

Schon die Fahrt dorthin war interessant. Mit einem jener Vorortzüge, die täglich unzählige Pendler zwischen der Hauptstadt und ihrem Umland transportieren, ging es hinaus aus dem Zentrum.

An den genauen Wortlaut eines damaligen Werbespruchs der römischen Verkehrsbetriebe erinnere ich mich nicht mehr. Irgendetwas mit „Muove la città“ – die Stadt bewegen – ist jedenfalls hängen geblieben. Manchmal sind es ausgerechnet solche Nebensächlichkeiten, die sich dauerhaft im Gedächtnis festsetzen.

Ostia Antica selbst, einst eine bedeutende Hafenstadt des antiken Roms, beeindruckte durch seine weitläufigen Ruinen und die Vorstellung, wie das Leben hier vor rund 2.000 Jahren ausgesehen haben mag.

Weniger erfreulich war der Zustand mancher Bereiche außerhalb der eigentlichen Sehenswürdigkeiten. Zumindest bei unserem Besuch wirkte einiges ziemlich vernachlässigt. Herumliegender Müll und wenig gepflegte Ecken passten nicht so recht zu den ansonsten großartigen historischen Kulissen.

Vielleicht lag es an der Nebensaison. Vielleicht war es auch einfach eine jener Seiten des Alltags, die man als Tourist gelegentlich zu sehen bekommt. Jedenfalls gehörte auch dieser Eindruck zu unserer Reise.

Katzen, Friedhöfe und andere Erinnerungen

Eine weitere Erinnerung betrifft einen Friedhof an einer stark befahrenen Straße. Ich meine, er lag irgendwo im weiteren Umfeld der antiken Sehenswürdigkeiten.

Neben den Grabstätten sind mir vor allem die zahlreichen Katzen in Erinnerung geblieben, die sich dort offensichtlich recht wohlfühlten.

Wo genau dieser Friedhof lag, könnte ich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Nach mehr als zwanzig Jahren verschwimmen manche Einzelheiten eben.

Ähnlich verhält es sich mit unserer Ankunft in Rom.

Ich erinnere mich noch daran, wie wir am Bahnhof zunächst in einem Café einen Espresso tranken. Die unmittelbare Umgebung machte auf mich keinen besonders einladenden Eindruck. Ein wenig erinnerte mich die Szenerie an den damaligen Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs – nicht unbedingt eine Gegend, in der man freiwillig länger verweilen wollte.

Unsere Unterkunft war dagegen ausgesprochen angenehm.

Wir übernachteten im **The Beehive**, einer modern und vergleichsweise unkompliziert eingerichteten Unterkunft, die meines Wissens damals von Amerikanern betrieben wurde. Gebucht hatten wir sie über die Internetseite the-beehive.com.

Heute würde man eine solche Unterkunft vermutlich irgendwo zwischen Bed & Breakfast, Gästehaus und Boutique-Hostel einordnen. Für die damalige Zeit erschien mir das Konzept jedenfalls recht modern.

Und natürlich bestand auch diese Reise nicht ausschließlich aus Kultur und Geschichte. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, landeten wir zwischendurch sogar einmal bei McDonald’s. Auch das gehört eben zur Realität des Reisens.

Rom bleibt Rom

Wenn ich heute auf diese Reise zurückblicke, sind es nicht nur das Kolosseum, der Trevi-Brunnen oder die unzähligen Kirchen, die mir in Erinnerung geblieben sind.

Es sind auch die kleinen Dinge: ein Espresso am Bahnhof, die Fahrt mit dem Vorortzug, Katzen auf einem Friedhof, ein Regenschirmverkäufer, dessen „Umbrelli!“-Rufe ich noch heute im Ohr habe, eine ungewöhnliche Unterkunft oder die Begeisterung über unsere neue Kamera, mit der man plötzlich fotografieren konnte, ohne ständig an die Kosten eines Films denken zu müssen.

Rom ist eine Stadt, in der sich Jahrtausende europäischer Geschichte überlagern. Antike, Christentum, Renaissance und Gegenwart existieren hier unmittelbar nebeneinander. Manchmal wirkt das überwältigend, manchmal etwas chaotisch, aber selten langweilig.

Unsere Reise fand zudem in einer Zeit statt, in der eine prägende Gestalt der jüngeren Kirchengeschichte ihre letzten Lebenswochen durchlebte.

Vieles hat sich seit Februar 2005 verändert. Die Technik, die Menschen, mit denen man unterwegs war, und nicht zuletzt der eigene Blick auf die Welt.

Die Bilder von damals sind vielleicht nicht mehr auf dem neuesten technischen Stand. Als Erinnerungen haben sie ihren Wert aber keineswegs verloren.

Und genau darum geht es beim Reisen schließlich auch.