Es mag mittlerweile mehr als ein Jahrzehnt her sein, dass ich zuletzt den Wochenmarkt im niederländischen Enschede besucht habe. Früher gehörte ein Ausflug dorthin beinahe zum regelmäßigen Samstagsprogramm. Zwei- oder dreimal im Jahr machte man sich aus dem westlichen Münsterland auf den Weg ins benachbarte Königreich der Niederlande, um ein paar kurzweilige Stunden zwischen Marktständen, Cafés und allerlei kulinarischen Versuchungen zu verbringen.
Am letzten Samstag im Oktober 2026 war es nun endlich wieder so weit.
Und was soll ich sagen? Viel verändert hat sich nicht. Eigentlich gar nichts. Zumindest nicht auf den ersten Blick.
Der Markt ist nach wie vor ein lebendiger Treffpunkt, an dem sich Händler, Einheimische und Besucher aus dem benachbarten Deutschland begegnen. Es wird geschaut, probiert, gekauft und natürlich gegessen.
Gerade Letzteres gehört für mich untrennbar zu einem Besuch in Enschede.


Fisch, Früchte und allerlei Leckertjes
Besonders die Fischstände haben es mir seit jeher angetan. Hier gibt es reichlich Gelegenheit, Fisch nicht nur zu bestaunen, sondern ihn selbstverständlich auch zu verspeisen.




Fischstände, ein frisch zubereiteter Happen und Marktgeschehen
Daneben locken unzählige Stände mit Obst, Gemüse und exotischen Früchten, deren Namen man teilweise nicht einmal kennt. Hinzu kommen Käse in allen möglichen Variationen, darunter natürlich auch der niederländische Geitenkaas, also Ziegenkäse, Oliven und allerlei andere Köstlichkeiten.
Und natürlich diese herrlich ungesunden Weißbrötchen, die sogenannten Italiaanse bollen. Daneben gibt es frische Weizenbrote, beispielsweise Ciabatta mit eingebackenen Oliven, deren Duft allein schon ausreicht, um sämtliche guten Ernährungsvorsätze über Bord zu werfen.




Bunte Auslagen, Pilze und eine kleine tierische Begegnung am Markt
Überhaupt scheint sich auf niederländischen Märkten vieles um die Frage zu drehen, was man als Nächstes essen könnte.
Frikandel, Bitterballen, Kroketten, Loempia und zahlreiche weitere Leckertjes lassen jedenfalls kaum Wünsche offen.
Ernährungsphysiologisch mag das alles nicht unbedingt den Empfehlungen einschlägiger Fachgesellschaften entsprechen. Aber schließlich besucht man einen solchen Markt auch nicht, um sich anschließend mit einem besonders vorbildlichen Speiseplan zu brüsten. 😉
Eine kleine Pause muss sein
Zwischendurch bot sich natürlich immer wieder die Gelegenheit, in einem der zahlreichen Cafés Platz zu nehmen und bei einer Tasse Cappuccino dem geschäftigen Treiben zuzusehen.
Wobei die eine oder andere zusätzliche Kaffeepause mittlerweile wohl auch dem fortschreitenden Alter geschuldet ist.
Schließlich müssen die sanitären Einrichtungen gelegentlich ebenfalls einer eingehenden Begutachtung unterzogen werden. Was früher problemlos vier Stunden ohne Unterbrechung funktionierte, verlangt heute bisweilen nach einer etwas umsichtigeren Planung. 😉
Aber auch das gehört inzwischen dazu.

Vier Stunden Markt, fünf Stunden Bahn
Nach rund vier Stunden war der Besuch schließlich beendet.
Mehr Zeit braucht es meiner Meinung nach auch nicht unbedingt. Man hat genug gesehen, ausreichend gegessen, den einen oder anderen Cappuccino getrunken und kann sich guten Gewissens wieder auf den Heimweg machen.
Was man dabei allerdings nicht vergessen sollte: Auch die An- und Abreise nehmen einiges an Zeit in Anspruch.




Stadtansichten und letzte Blicke auf das Marktgeschehen
Von Dortmund aus ging es mit der Bahn durch das westliche Münsterland nach Enschede. Für Hin- und Rückfahrt waren ursprünglich insgesamt rund vier Stunden vorgesehen. Tatsächlich wurden daraus fünf, weil uns die Rückreise eine ungeplante zusätzliche Stunde bescherte.
Ein Brand entlang der Strecke hatte einen Feuerwehreinsatz zur Folge, wodurch der Bahnverkehr beeinträchtigt wurde.
So fanden wir uns plötzlich in Coesfeld wieder, wo wir kurzerhand den Zug verlassen mussten. Weiterführende Informationen? Fehlanzeige. Zumindest solche, die den gestrandeten Fahrgästen in diesem Moment tatsächlich weitergeholfen hätten.
Das führte schließlich noch zu einem kleinen, weitgehend sinnlosen Monolog meinerseits mit einem Bahnmitarbeiter, der sich bereits im wohlverdienten Feierabend befand.
Vermutlich hätte ich mir die Worte sparen können.
Andererseits gehört ein wenig Improvisation bei Bahnreisen hierzulande mittlerweile beinahe zum festen Bestandteil des Reiseerlebnisses.
Ein Wiedersehen, das sich gelohnt hat
Trotz der Schwierigkeiten auf der Rückfahrt bleibt der Ausflug nach Enschede in ausgesprochen guter Erinnerung.
Es war schön, nach so langer Zeit wieder über den Markt zu schlendern und festzustellen, dass manche Dinge offenbar erstaunlich beständig sind.
Die Fischstände, die bunten Auslagen mit Obst und Gemüse, der Duft frisch zubereiteter Speisen und das lebendige Treiben zwischen den Ständen – all das hatte nichts von seinem früheren Reiz verloren.


Zum Abschied noch zwei Eindrücke aus der Innenstadt
Manchmal braucht es eben keine große Reise, keine spektakulären Sehenswürdigkeiten und schon gar kein ausgeklügeltes Besichtigungsprogramm.
Ein paar Stunden auf einem niederländischen Wochenmarkt können vollkommen ausreichen.
Und wenn man anschließend mit vollem Magen, einigen schönen Eindrücken und einer kleinen Bahngeschichte im Gepäck wieder zu Hause ankommt, war es doch alles in allem ein gelungener Tag.
Enschede, wir sehen uns wieder.
Hoffentlich dauert es diesmal keine weiteren zehn Jahre. 😉
